Projektbeschreibung STEINREICH

1949 – 2009:
Granit – seit 60 Jahren losgelöst aus dem Steinbruch Marien-Luisenbruch Plöcking, Neuhaus ob der Donau, Mühlviertel.

2001 – 2009: 8 Jahre STEINREICH

hbf1

Im Jahr 1949 alles im Aufbruch und Aufbau...
Die Granitquader wurden zu 6 Säulen formiert. Tragen über 5 Jahrzehnte den Querbau des Hauptbahnhofs Linz, mit der Turmuhr obenauf. 1949 entsteht der modernste Bahnhof Europas!

Die erste Reise der Granitquader war die nach Linz zur großen Baustelle Hauptbahnhof. Stützpfeiler für den Querbau müssen her. Mehr als ein halbes Jahrhundert, stramm Stehen am Hauptbahnhof Linz! Die Charakteristika des Hauptbahnhofs, der Querbau in seiner Pracht, die Turmuhr obenauf, die Durchfahrt jedem in bester Erinnerung... Dieses Portal von Linzern und Reisenden durchschritten... Jahrein und jahraus fährt die Linie 3 im regelmäßigen Rhythmus an den Stützpfeilern des Querbaus vorbei...


2001 bedeutete das Aus für das Objekt Querbau! 6 Stützpfeiler jeder Funktion enthoben, zu Fall gebracht, freigesetzt und dem Erdboden gleich gemacht. Damit waren die Grundsteine für das Projekt STEINREICH gelegt.

Der Abbruchunternehmer Karl Scheuwimmer überließ zu einem äußerst fairen Preis die Granitsteine Johans Kronschläger, einer Ich-AG, mit finanzieller Unterstützung des kunstsinnigen Zahnarztes Dr. Ferdinand Schmelz.
So hat Dr. Ferdinand Schmelz die Gründungsphase für das PROJEKT STEINREICH ermöglicht, … und es nahm seinen Verlauf!


Zwischenlagerung
Die zweite Reise startete mit dem Schwertransportunternehmen Felbermayr vom Linzer Hauptbahnhof zur Großwiederaufbereitungsanlage der ASFINAG in der Lunzerstraße in den Traunauen. Der Steinhaufen musste über mehrere Jahreszeiten an diesem Ort verweilen, umgeben von aktivem Geschehen, träumte von Reisen und wartete darauf, abgeholt zu werden. Ein Platz, kein freundlicher - die Wiederaufbereitungsanlage der ASFINAG. Ein Kommen und Gehen von riesigen Bergen diversen Schuttmaterials,… findet neue Verwendung. Unser STEINREICH liegt danieder. Ca. 111 Tonnen Granitsteine, 64 Quader – der kleinste ca. 1,25 Tonnen, mehr als 25 Stück. Ebenso viele mit dem doppelten Gewicht, so wie einige noch schwerere Brocken, so an die 4 Tonnen. Die Fundamente der 6 Säulen des Querbaus!
Das STEINREICH, der Steinhaufen, liegt nahe dem Lagerplatz des Tiefbauamtes der Stadt Linz. ca. 900 Tonnen, zurechtgearbeitet für Trottoirs, Pflaster- und Begrenzungssteine und Diverses. Nach 7 Jahreszeiten, im April 2003, Aufforderung zum Aufbruch! Große Räumung – das Areal wird verbaut.

zwischenSTEINREICH steuert zum 2. Mal auf Tiefladern der Firma Felbermayr ein neues Ziel an:
Linz / Urfahr – Steinmetzplatzl

Auf nach Urfahr zum Steinmetzplatzl, zu dem Ort, an dem einst bis zum 1. Weltkrieg der Umschlagplatz der Steine aus dem Marien-Luisenloch war. Von diesem Platz ging´s raus in die weite Welt. Ein Dreitagesfest wurde angemeldet. Bei dieser Gelegenheit wurden die Steine von den Resten des Mauerwerks befreit. Es wurde gesungen, getanzt und Lesungen fanden statt.

zwischen Der Höhepunkt des Festes war die Steinsegnung durch den Linzer Pfarrer, Franz-Peter Handlechner (Pfarre St. Michael, Bindermichl), in Begleitung der Goldhaubenfrauen, Gruppe Puchenau.
Die junge Frau Maiken Krose - Westergaard, aus dem Geburtsort H.C. Andersens, trug dem Publikum auf dem Schiff Fitzcarraldo, am Anlegesteg Urfahr/West, in dänischer Sprache das Märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“ vor. Die Gäste wurden mit der Sprachmelodie des Dänischen vertraut.
Nach 3 Tagen Feste feiern – auf zu neuen Ufern!


zwischen AUF ZU NEUEN UFERN!

Aktion 1: Abladen am Donaustrom - ein erster länglicher Steinhaufen.
Aktion 2: Aufbau für das Abendmahl im Mai 2003 & eine begehbare sakrale Skulptur.
Ein Objekt mit 4 Türmen. Wie ein Leuchtturm,… steht jeder Turm für eine Himmelsrichtung. Eine Anlehnung an Augustin Jean Fresnel (1788 – 1827), den Erfinder der Fresnellinse, der Retterin vieler Seefahrer. Die Leuchtkraft des Lichtes wurde Dank dieser Linse um das 18fache verstärkt. Turm und Tisch sind auf Kiesel gebettet.
Das Erdreich wurde zu einer Land Art – Skulptur gestaltet. In Anlehnung an das Ölbild von Gustav Courbet „Ursprung der Welt“, 1866.
Aktion 3: Abräumen der Tafel & zu Fall bringen des Turms, d.h. mit den 4 Turmsäulen die Erde 4mal kurz beben lassen... Die Installation wurde zu Fall gebracht, um STEINREICH neu zu formieren. Drei Steine sind am Flussufer, der Rest verharrt regungslos in ihrer Position.

zwischenMehrere Jahreszeiten gingen durchs Land. STEINREICH hat viele Lichtstimmungen, 2 Linzfeste erlebt, so manche Rendezvous und Partys in Hülle und Fülle ermöglicht.
Ein bunter knalliger Jahreswechsel, eisige verschneite Winternächte – STEINREICH träumt vom Frühling und ist geplagt von Fernweh! STEINREICH wurde zu einer sozialen Skulptur, einem Ort der Begegnung, des Treffens und der Kommunikation.

zwischen Anfang Mai 2005 Übersiedelung von der Linzer Donaulände in den Linzer Hafen.
Seit Sommer 2007 ist Steinreich zu Gast bei Familie Traunmüller auf dem Platz der Swin-Golf-Anlage in Linz/Urfahr.

2007 ...Anordnen & Stelen...

img 4981    2008 ...umlegen, flachmachen ... „Alle ein Niveau”


© idee & konzept by johans kronschläger 2009